Mit wenig Aufwand zu mehr Erfolg im Training

15 Jul

Möchtest du aus deiner Trainingszeit den maximalen Nutzen ziehen – also, möglichst zieleffizient trainieren? Hinterfragst du manchmal, ob dein Training wirklich zu deinem Ziel passt?

Neben einem konkreten Trainingsziel, wie bspw. rückenschmerzfrei in zwei Wochen, zwei Kilo Muskelaufbau in sechs Monaten oder die persönliche Bestleistung bei Olympia 2020, gibt es ein Prinzip, das häufig vernachlässigt wird – für den größtmöglichen Nutzen aus deinem Training ist das sogenannte „SAID“-Prinzip jedoch essentiell:

Das SAID-Prinzip – „Specific Adaptation to Imposed Demand” – besagt, dass der Körper sich immer an genau das anpasst, was er trainiert.

In der Trainingspraxis machen wir oft Dinge in der Hoffnung, dadurch auch in anderen Bereichen besser zu werden. Bspw. trainieren Sprinter in gewissen Trainingsphasen viele Kniebeugen zur Steigerung ihrer Beinkraft und ihrer athletischen Fähigkeiten – bezogen auf die Anforderungen ihres tatsächlichen Sports ist dieser Trainingsinhalt jedoch völlig unspezifisch, denn mit einer Langhantel in die Hocke gehen, hat nicht wirklich etwas mit schnellem Laufen zu tun.

Auch Kraftzuwachs ist etwas Spezifisches und lässt sich nicht einfach verallgemeinern und übertragen – die Kraftzuwächse in einer Kniebeuge sind völlig anders, als die Kraftzuwächse durch Sprinten, alleine deshalb, weil wir uns dabei auf unterschiedliche Weise im und durch den Raum bewegen. Teilweise finden zwar geringe Übertragungen von einem Trainingsinhalt auf eine andere Anforderung im Training oder Sport statt –  sie werden jedoch nie so effizient sein, wie ein zielspezifisches Training.

Das SAID-Prinzip ist auch bei Schmerzproblemen immens wichtig: wenn wir im Training immer wieder „in den Schmerz hineinarbeiten“, trainieren wir letztendlich immer genau darauf hin, bei bestimmten Bewegungen Schmerzen wahrzunehmen – anstatt, dass die Bewegung irgendwann schmerzfrei durchgeführt werden kann, wird das Problem somit verstärkt.

Was bedeutet das jetzt für mein eigenes Training?

Wenn ich konkret weiß, was ich erreichen möchte (Trainingsziel), lohnt es sich, die genauen Anforderungen, die zur Zielerreichung nötig sind, in Erfahrung zu bringen und dann spezifisch vorzugehen. Wenn wir unseren Alltag anschauen, lässt sich feststellen, dass wir diese spezifische Vorgehensweise bereits völlig selbstverständlich in den verschiedensten Aufgaben umsetzen: wir planen den schnellsten Weg zur Arbeit oder den direktesten Weg zum Projektziel – im Training hoffen wir jedoch, dass das, was wir tun, dem Ziel schon irgendwie genügt.

Um im Training ebenso so spezifisch vorzugehen, wie im Alltag, bedarf es einer Analyse und Planung der zielspezifischen Anforderungen. Dies kostet zwar etwas Zeit, spart uns aber auf Dauer viel davon, da wir wesentlich schneller die Anpassung erreichen, die wir eigentlich im Training anstreben.

Fazit: manchmal lohnt es sich, das eigene Training zu hinterfragen, um zu überprüfen, ob das Training wirklich spezifisch zum Trainingsziel passt und es ggf. wieder spezifisch auszurichten.

Viel Erfolg bei der Optimierung deines Trainings!