Eine Minute, die sich gravierend auf deine Lebensqualität auswirkt!

13 Jun

Hast du regelmäßig Schmerzen, Migräne oder einen zu hohen Blutdruck? Fühlst du dich nach dem Aufstehen energielos und brauchst erst einmal zwei Tassen Kaffee und zwei Stunden Zeit, um auf Touren zu kommen?

Auch wenn diese Fragen nicht direkt zusammenhängend erscheinen, können Sie eine gemeinsame Ursache haben, an die du wahrscheinlich noch nicht gedacht hast – deine Atmung! Da deine Atmung autonom und in der Regel ohne deine direkte Aufmerksamkeit abläuft, bleiben Einschränkungen meist lange unerkannt (außer, es werden kritische Ausmaße erreicht).

Unser Gehirn ist primär an unserer unmittelbaren Sicherheit und unserem Überleben interessiert – um dieser Funktion gerecht zu werden, benötigt es vor allem Energie – sprich, Sauerstoff und Nährstoffe. Da wir keinen anderen für das Überleben unmittelbar notwendigen Stoff so kurz vorhalten können wie Sauerstoff, können bereits kleinste Atemdefizite weitreichende Auswirkungen haben!

Der Körper ist vereinfacht gesagt immer in einem Alarmzustand, den er uns nicht direkt bewusst mitteilen kann. Warum? Weil die Areale für die Steuerung unserer Atmung sowie für die Bewertung unserer Sauerstoffversorgung nicht im bewussten Teil unseres Nervensystems liegen – und genau diese Areale verursachen die o.g. Unannehmlichkeiten im Alltag, denn: die Beschwerden sind letztendlich häufig Aufforderungen unseres Nervensystems, etwas zu verändern – kurz, Symptome – da es die tatsächlichen Ursachen nicht direkt kommunizieren kann!

Woher weiß ich jetzt, ob meine Atmung die Ursache meiner Beschwerden ist?

Um konkrete Schlüsse ziehen zu können, benötigen wir mehr als einen Test, aber ein gutes Indiz ist die maximale Länge deiner Ein- und Ausatmung.

Am besten lässt sich diese mit der Stoppuhr deines Handys erfassen – die Runde-Funktion der Stoppuhr ermöglicht das Festhalten eines bzw. mehrerer Zeitpunkte bei gleichzeitigem Weiterlaufen der Uhr. Der Test läuft wie folgt ab:

• Beginn Einatmung – Start Stoppuhr
• Ende Einatmung – Runde Stoppuhr – ohne Pause Beginn Ausatmung
• Ende Ausatmung – Runde Stoppuhr – ohne Pause Beginn Einatmung
• …

Dieser Vorgang wird für eine Minute durchgeführt – bei jedem Durchgang versuchen wir, so langsam wie möglich ein- und so langsam wie möglich auszuatmen. Nach der Minute ist jeder einzelne Ein- und Ausatmungsdurchgang mit seiner jeweiligen Länge aufgelistet: beträgt die Dauer der Ein- oder Ausatmung durchschnittlich weniger als 10 Sekunden, liegt wahrscheinlich ein Atemdefizit vor. Da sich dieses, wie wir nun wissen, in vielerlei Formen von Beschwerden ausdrücken kann, kann sich ein Training deiner Atmung in diesem Fall äußerst positiv auf deine Lebensqualität auswirken!

Was kann ich tun, um die Länge meiner Ein- und Ausatmung zu steigern?

Die einfachste Möglichkeit, die Dauer der Ein- und Ausatmung zu trainieren, ist den Testvorgang regelmäßig mehrere (!) Minuten lang durchzuführen und zwar mit dem Fokus darauf, die Länge immer weiter kontrolliert zu steigern. Wenn du bspw. siehst, dass deine Einatmung durchschnittlich vier und deine Ausatmung sechs Sekunden beträgt, konzentriere dich beim Durchführen des Tests darauf, die Dauer stetig zu steigern – wie lang du immer ein- und ausatmest, wird dir ja dank der Rundenangaben stets angezeigt. Bei regelmäßigem Training kannst du die Dauer deiner Ein- und Ausatmung auf diese Weise sehr schnell steigern!

Weitere Informationen und Übungen zum Training der Atmung findest du hier.

Viel Erfolg beim Training deiner Atmung!