Neuro-Athletik-Training

Beim Neuro-Athletik-Training steht das zentrale Nervensystem im Vordergrund. Was das bedeutet und wie es funktioniert, erfährst du hier.

Erst muss man den Fahrer besser machen

Neuro-Athletik-Training erweitert das herkömmliche Athletiktraining um einen wichtigen Aspekt: das Gehirn als Steuerungszentrale des menschlichen Körpers. Denn das Gehirn hat mit dem zentralen Nervensystem (ZNS) maßgeblichen Einfluss darauf, zu welchen Leistungen wir imstande sind. Beim Neuro-Athletik-Training wird daher zuerst der Fahrer, also das ZNS, verbessert, bevor man sich daran macht, das Auto (also den Körper) zu tunen.

Das zentrale Nervensystem als höchste Instanz

Das Zentrale Nervensystem ist für die Kontrolle, Koordination und Steuerung von Bewegung und Leistung verantwortlich.

Im herkömmlichen, rein bio-mechanischen Training geht es um die Steigerung der Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Schnelligkeit, deren Verbesserung sich in der Regel erst über Tage oder Wochen einstellt, die letztendlich aber alle vom ZNS, als höchste Instanz, gesteuert werden. Bei direkter Adressierung des ZNS stellen sich Verbesserungen sofort ein, da nicht an der Struktur sondern der Steuerung gearbeitet wird.

Das Voranstellen des ZNS als erster Baustein beim Training ist der erste Schritt in einer Kette, der sich positiv auf das weitere Training auswirkt: Wird das ZNS und dessen Ansteuerung verbessert, kann man mit unmittelbar verbesserter Mobilität und Kraft arbeiten und so die Muskeln besser und effektiver trainieren.

Integration ins Training

Wie genau sieht es also aus, wenn man die Grundsätze des Neuro-Athletik-Trainings in die Praxis einbauen will? Wie ich Neuro-Athletik-Training in das Training mit meinen Kunden einbaue, hängt vor allem von der Zielstellung meiner Kunden ab. Mit einigen Trainierenden konzentriere ich mich auf kleinere Übungen mit einem großen Anteil an Krafttraining-Übungen, während bei anderen Kunden das Training hauptsächlich auf Neuro-Athletik-Training und die unmittelbare Verbesserung der Leistung, der Mobilität oder die Bekämpfung von Schmerzen ausgerichtet ist. Wofür und wie man Neuro-Athletik-Training nämlich einsetzt, ist von Individuum zu Individuum unterschiedlich und muss in jedem Fall genau abgestimmt sein. Daher gehört ein genaue Anamnese vor dem Beginn der Zusammenarbeit fest zu unserem gemeinsamen Trainingsplan.

Z-Health and Neurology 101

Herkunft

Das Neuro-Athletik-Training geht auf Lars Lienhard und seine Firma Focus on Performance zurück, die die Evolution des biomechanisch gesteuerten und definierten Athletiktrainings um die Komponenten der neuronalen Bewegungssteuerung (Gehirn und Nervensystem) in Zusammenarbeit mit Dr. Eric Cobb (Z-Health Performance) erweitert und in den europäischen Spitzensport gebracht haben. Die Grundlagen des neurobasierten Trainings stammen ursprünglich von Dr. Eric Cobb (Z-Health Performance, Arizona, USA).